TECHNOLOGY

TECHNOLOGY

Technologiebasierte Interventionen am Beispiel der Prävention funktionellen Abbaus

Die Wirkung primärpräventiver Maßnahmen zum Erhalt von Wohlbefinden und Gesundheit älterer Menschen ist unbestritten. Ebenso besteht kein Zweifel daran, dass neue Technologien wie z. B. tragbare Sensoren, vernetzte Wohnumgebungen, oder persönliche Gesundheitsgeräte große Potentiale für Gesundheit und Vorsorge haben. Die konkrete Anwendung dieser Technologien in unterschiedlichen Zielgruppen stellt aber nach wie vor eine große Herausforderung dar. In der ersten Förderphase wurde daher aus verschiedenen Perspektiven untersucht, wie technologiebasierte Interventionen zum Erhalt der Leistungsfähigkeit im Alltag prinzipiell gestaltet werden können.

Ziele

Ziel des Teilprojektes ist es, die bisherigen technischen, medizinischen und soziologischen Ergebnisse zu integrieren, weiterzuentwickeln und zu erproben, um so eine innovative, technologiebasierte, individualisierte, langzeitige Intervention zur Prävention funktionalen Abbaus bei Älteren zu realisieren. Hierzu werden technische Systeme entwickelt, die älteren Menschen die selbstständige, teil-überwachte Durchführung aussagekräftiger Assessments der körperlichen Leistungsfähigkeit in kontrollierten Umgebungen wie Seniorentreffs oder Sportvereinen ermöglicht. Dadurch wird auch heterogenen sozio-ökonomischen Gruppen ein niederschwelliger Zugang zur Bewertung der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit und des Risikos funktionalen Abbaus ermöglicht.

Bestehende Kontakte und Netzwerke in den Gruppen und Vereinen werden genutzt, um ältere Menschen zu erreichen und zu Assessment und Training zu motivieren. Die Intervention verbindet das teil-überwachte Assessment mit einem häuslichen Übungsprogramm, in dem unaufdringliche Interaktionskomponenten an körperliche Aktivität erinnern und motivieren.

Ergebnisse der ersten Phase (2015-2018)

  • Durchführung einer Interviewstudie zur Erhebung der Bedarfe zu den Themen „körperliche Aktivität im Alltag“ und „Techniknutzung“
  • Entwicklung und Durchführung einer Screening-Studie zur Ermittlung des funktionellen und kognitiven Status.
  • Entwicklung und Validierung eines Messsystems, welches die funktionellen Tests des klinischen Assessment der Screening-Studie sensorisch erfasst.
  • Durchführung einer Tagebuchstudie, um Bewegungsübungen, die im häuslichen Umfeld durchgeführt werden können, zu untersuchen und zu bewerten.
  • Durchführung einer Langzeitstudie zur Erprobung von ambienten und körpergetragenenen Geräten zum Selbstmonitoring der eigenen Gesundheit.
  • Entwicklung von Motivations- und Erinnerungstechnologie zur Unterstützung von alltagsintegrierter Intervention zur Förderung von körperlicher Aktivität.

Arbeitsprogramm der zweiten Phase (2018-2021)

Das Arbeitsprogramm umfasst die Entwicklung und Bewertung einer technologiebasierten Intervention für körperliche Aktivität bei älteren Menschen. Die Intervention besteht aus zwei Komponenten: a) einem technologiebasierten, leichtgewichtigen Assessment zum Monitoring der körperlichen Leistungsfähigkeit einschließlich der Erkennung früher Veränderungen, das periodisch in einem teil-überwachten Umfeld durchgeführt werden kann, sowie b) einem an die Bedarfe der Nutzer*innen angepassten alltagsintegrierten häuslichen Übungsprogramm, basierend auf den Ergebnissen des Assessments, und technologieunterstützt durch unaufdringliche Ermunterungs- und Erinnerungsfunktionen. Die Machbarkeit der technologieunterstützten Intervention wird in einer Langzeitstudie getestet. Parallel dazu werden Bedarfe von Nutzer*innen identifiziert und die Usability der Technologie unter Berücksichtigung sozialer und Gender-Unterschiede evaluiert.

Beteiligte

Jochen Meyer, OFFIS – Institut für Informatik
Prof. Susanne Boll, OFFIS – Institut für Informatik
Kai von Holdt, OFFIS - Institut für Informatik
Elke Beck, OFFIS – Institut für Informatik
PD Dr. Jürgen Bauer, Universitätsklinik für Geriatrie, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Lena Dasenbrock, Universitätsklinik für Geriatrie, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Prof. Dr.-Ing. Andreas Hein, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Dr. Sebastian Fudickar, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Sandra Hellmers, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Andrea Heinks, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Dr. Rebecca Diekmann, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Prof. Dr. Frauke Koppelin, Jade Hochschule
Alexander Pauls, Jade Hochschule

Kontakt

Jochen Meyer
Telefon: 0441 / 9722-185
E-Mail: jochen.meyer(at)offis.de