EQUAL

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Ungleichheitseffekte von Interventionen zur Förderung der körperlichen Aktivität

Hintergrund

Soziale Ungleichheiten bei Gesundheit gelten als eine der zentralen Herausforderungen für Public Health. Als Priorität für Public Health-Interventionen wird die Verringerung derjenigen gesundheitlichen Ungleichheiten angesehen, die vermeid- oder veränderbar und demzufolge ungerecht sind. Studien haben gezeigt, dass die Prävalenz ausreichender körperlicher Aktivität, einer wichtigen Determinante von Gesundheit, in sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen geringer ist. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass populationsbasierte Präventionsstrategien lediglich sozial besser gestellte Personen erreichen und auf diese Weise zu einer Vergrößerung gesundheitlicher Ungleichheiten beitragen. Diese durch Interventionen induzierten oder verstärkten gesundheitlichen Ungleichheiten („intervention-generated inequalities“ (IGIs)) können an verschiedenen Punkten der Umsetzung einer Intervention auftreten. Daher sind zukünftig die Berücksichtigung sozialer Ungleichheiten bei der Entwicklung und Implementierung von Bewegungsförderungsprogrammen sowie die Evaluation möglicher Ungleichheitseffekte dieser Interventionen erforderlich. Um dies realisieren zu können, bedarf es einer Weiterentwicklung innovativer Methoden.

Ziele

Die Ziele dieses Teilprojekts sind (1.) die Zusammenfassung der Evidenz zu Methoden für die Entwicklung, Implementation und Evaluation von Bewegungsinterventionen für ältere Menschen, die vulnerable und sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen adäquat erreichen und nicht zu einer Vergrößerung gesundheitlicher Ungleichheiten beitragen, (2.) die methodische Beratung der Teilprojekte des AEQUIPA-Präventionsnetzwerks hinsichtlich soziokulturell sensibler Strategien und Methoden in der Planung und Umsetzung von Interventionen sowie (3.) die Entwicklung innovativer Methoden zur Abschätzung von Ungleichheitseffekten der Interventionen, die im Rahmen der AEQUIPA-Teilprojekte umgesetzt werden.

Arbeitsprogramm

Die Evidenz zu Methoden für die soziokulturell sensible Entwicklung, Implementierung und Evaluation von Bewegungsinterventionen für ältere Menschen wird anhand publizierter wissenschaftlicher Literatur sowie Experteninterviews zusammengefasst. Die Ergebnisse dieser Evidenzsynthese werden im Rahmen regelmäßig stattfindender Methodenworkshops und unter Einbezug externer Expertinnen und Experten in die verschiedenen Teilprojekte des AEQUIPA-Präventionsnetzwerks kommuniziert. Auf Basis bestehender Ansätze werden Methoden zur Abschätzung gesundheitlicher Ungleichheiten und zur Evaluation komplexer Interventionen (weiter-)entwickelt und auf die Evaluation der Bewegungsinterventionen, die im Rahmen der einzelnen AEQUIPA-Teilprojekte realisiert werden, angewendet.

Beteiligte

Prof. Dr. Gabriele Bolte, Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) (Projektleitung)
Gesa Lehne, M.A., Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Prof. Dr. Hajo Zeeb, Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS
Dr. Tilman Brand, Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS

Kontakt

Gesa Lehne
Telefon: 0421 218-68826
E-Mail: gesa.lehne(at)uni-bremen.de