RTC

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Ready to change - Steigerung der gemeindebezogenen Handlungsbereitschaft zur Bewegungsförderung bei älteren Menschen

Präventionsmaßnahmen erreichen oft nicht alle Bevölkerungsgruppen in gleichem Ausmaß. Die Erreichbarkeit der verschiedenen Gruppen hängt unter anderen von den vorhandenen Netzwerken und Handlungs- und Steuerungsressourcen in Quartieren, Stadteilen oder Gemeinden ab. Um vulnerable Bevölkerungsgruppen für Bewegungsförderung zu erreichen, ist es deshalb wichtig, an den lokalen Strukturen anzusetzen. In diesem Sinne geht das Konzept der gemeindebezogenen Handlungsbereitschaft (Community Readiness) davon aus, dass zunächst eine gewisse Stufe hinsichtlich Problembewusstsein und Handlungsressourcen in den Stadtteilen oder Gemeinden erreicht werden muss, bevor eine Präventionsmaßnahme erfolgreich umgesetzt werden kann.

Bei der Teilnahme an Präventionsmaßnahmen spielen neben den lokalen Strukturen aber auch individuelle Motive eine Rolle. Für eine optimale Gestaltung des Zugangs ist deshalb ein tieferes Verständnis der (Nicht-)Teilnahmemotive notwendig.

Ziele

Ziel dieses Projekts ist es, die Wirksamkeit und Kosteneffektivität von Maßnahmen zur Steigerung der Community Readiness am Beispiel eines Bewegungsangebots für ältere Menschen zu untersuchen. Darüber hinaus zielt das Projekt auf die Untersuchung von Gründen für die Nicht-Teilnahme von älteren Menschen an Bewegungsinterventionen ab.

Arbeitsprogramm

Das Arbeitsprogramm umfasst vier Schritte:

  1. In ausgewählten Stadtteilen oder Kommunen der Metropolregion Bremen Oldenburg wird eine Befragung von Schlüsselpersonen durchgeführt. Die Angaben der Befragten werden genutzt, um die Community Readiness hinsichtlich Bewegungsförderung im Alter für die Stadtteile und Kommunen zu bestimmen.
  2. Vier Kommunen oder Stadtteile werden ausgewählt, in denen die lokalen Strukturen und die Aufmerksamkeit für das Thema Bewegungsförderung im Alter gestärkt werden.
  3. In den Kommunen wird ein Angebot für Bewegungsförderung für Menschen im Alter von 65 bis 75 Jahren umgesetzt. Dabei wird evaluiert, ob es über eine Steigerung der Community Readiness gelingt, mehr Menschen aus schwer erreichbaren Bevölkerungsgruppen zu aktivieren. Zudem wird die Kosteneffektivität dieses Ansatzes ermittelt.
  4. Es werden qualitative Interviews mit Personen durchgeführt, die sich für oder gegen eine Teilnahme an dem Bewegungsangebot entschieden haben, um persönliche Motivationen und Barrieren zu ergründen.

Beteiligte

Prof. Dr. Hajo Zeeb, Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS (Studienleitung)
Dr. Tilman Brand, Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS
Dirk Gansefort, Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS
Sabine Röseler, Gesundheitswirtschaft Nordwest e. V.
Tobias Ubert, Gesundheitswirtschaft Nordwest e. V.
Jochen Meyer, OFFIS - Institut für Informatik
Prof. Dr. Susanne Boll, OFFIS - Institut für Informatik
Elke Beck, OFFIS - Institut für Informatik
Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck, Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Prof. Dr. Heinz Rothgang, Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik (SOCIUM)

Kontakt

Dirk Gansefort
E-Mail: gansefort(at)bips.uni-bremen.de
Telefon: 0421 21856915