AFOOT

AFOOT

Alternd zu Fuß oder mit Fahrrad – urban mobil ohne Stress

Hintergrund

Körperliche Aktivität ist ein wichtiger Bestandteil gesunden Alterns. Gerade ältere Menschen verbringen einen großen Teil des Tages in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass Merkmale der gebauten Wohnumwelt einen Einfluss auf körperliche Aktivität in Bezug auf die Zugänglichkeit bzw. Erreichbarkeit von öffentlichen Freiräumen und Grünflächen sowie von sozialen Infrastrukturen und Versorgungseinrichtungen haben. Die Erneuerung und Revitalisierung städtebaulicher Bestände gehört inzwischen zu den wichtigsten Handlungsfeldern der Stadtplanung. Eine spezielle Planung, die beispielsweise die Bevölkerungsdichte, die Vielfalt der Flächennutzung und die Verbindungen von Straßen berücksichtigt, kann Einfluss auf die körperliche Aktivität nehmen. Räumliche Planung hat zudem eine wichtige Koordinationsfunktion zwischen einer Vielzahl von Akteuren öffentlicher und privater Sektoren. Hier setzt das Forschungsprojekt AFOOT an.

Ziele

Das Forschungsprojekt zielt auf eine inter- und transdisziplinäre Verknüpfung von nachhaltiger Stadtentwicklung und Public Health. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der Gestaltung des Wohnumfelds und öffentlicher Räume zur Erhaltung der fuß- und radfahrbezogenen Mobilität einer alternden Bevölkerung. Für die Förderung körperlicher Aktivität älterer Menschen sollen relevante Aspekte an den Kreuzungspunkten von Umwelt, Gesundheit, sozialer Ungleichheit, Public Health und Stadtplanung betrachtet werden. Ein zentrales Ziel ist, Strategien der Stadtentwicklung zu identifizieren und Indikatoren für Fußgänger-/Fahrradfreundlichkeit zu bestimmen, die als Anknüpfungspunkte für Gesundheit und soziale Chancengleichheit sowie Teilhabe in räumlichen Planungsprozessen insbesondere in Klein- und Mittelstädten dienen können. Es wird analysiert, wie die Theorie (hinsichtlich der Berücksichtigung von Gesundheitsbelangen in lokalen Stadtentwicklungsstrategien) in die Praxis umgesetzt werden kann und welche Hindernisse dabei bestehen. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung eines Leitfadens für ressortübergreifende Verfahrensweisen unter Berücksichtigung der institutionellen und administrativen Rahmenbedingungen von räumlicher Planung und Public Health sowie der begrenzten kommunalen Haushaltslagen.

Arbeitsprogramm

Hierzu werden aus stadtplanerischer und Public Health Sicht zunächst Dokumentenanalysen durchgeführt, die ergänzt durch Experteninterviews mit Akteurinnen und Akteuren aus dem Gesundheitssektor und dem Planungssektor in eine kooperative Indikatorenbildung münden. Anschließend wird anhand von Workshops und Planspielen die Implementierung der theoretischen Ergebnisse in die Praxis simuliert.

Beteiligte

Prof. Dr. Gabriele Bolte, Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) (Projektleitung)
Tanja Brüchert, M.A. PH, Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Prof. Dr.-Ing. Sabine Baumgart, Technische Universität Dortmund, Fakultät Raumplanung
Paula Quentin, M.Sc., Technische Universität Dortmund, Fakultät Raumplanung

Kontakt

Tanja Brüchert
Telefon: 0421 218-68824
E-Mail: t.bruechert(at)uni-bremen.de