MA

Inna Bragina

PROMOTE

+49 (0)371 531 31897

Professur Sportpsychologie
Institut für Angewandte Bewegungswissenschaften
Technische Universität Chemnitz
Thüringer Weg 11
09126 Chemnitz

Forschungsinteressen

Verbindung zwischen motorischer und kognitiver Leistung

Thema der Dissertation

Einfluss der propriozeptiven Fähigkeit (Tiefensensibilität) auf die posturale Kontrolle (Gleichgewichtskontrolle) im Alter. Welche Rolle spielt körperliche Aktivität?

Abstract

Etwa 30% der über 65-Jährigen stürzt mindestens einmal pro Jahr. Stürze im Alter resultieren in vielen Fällen in einer Abnahme der Mobilität und Lebensqualität sowie in Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten. Aus diesem Grund ist die frühzeitige Erkennung eines potentiellen Sturzrisikos eine wichtige Voraussetzung für ein sicheres und gesundes Altern.
Es wird angenommen, dass die Hauptgründe für das erhöhte Sturzrisiko im Alter in der Abnahme der Effizienz des posturalen Systems liegen. Diese Abnahme unterliegt dem normalen Alterungsprozess und wird vor allem durch Veränderungen in der zentralen und peripheren Verarbeitung der posturalen Kontrolle (Gleichgewichtskontrolle), Verschlechterungen der propriozeptiven Fähigkeiten (Tiefensensibilität) und Abnahmen des Kraftlevels verursacht. Zusätzlich konnte festgestellt werden, dass mit zunehmenden Alter die Propriozeption und die posturale Kontrolle im Vergleich zu jüngeren Personen weniger automatisiert abläuft und mehr kognitive Ressourcen (Aufmerksamkeit) benötigt werden.
Allerdings variiert das Ausmaß des beschriebenen Abbaus von Person zu Person, so dass angenommen wird, dass den altersbedingten Veränderungen bis zu einem individuellen Grad entgegengewirkt werden kann. Zum Beispiel scheint regelmäßige körperliche Aktivität einen positiven Einfluss auf den Erhalt der posturalen Kontrolle im Alter zu haben. Jedoch sind die Wechselbeziehungen zwischen Propriozeption, posturaler Kontrolle, dem erhöhten Bedarf an kognitiven Ressourcen und dem Einfluss auf Stürze sowie die Rolle der körperlichen Aktivität noch nicht vollständig geklärt.
In meiner Promotionsarbeit will ich deshalb untersuchen, ob ein erhöhter Bedarf an kognitiven Ressourcen während einer propriozeptiv anspruchsvollen Aufgabe mit einer geringeren posturalen Kontrolle im Stehen und Gehen und mit Stürzen in Verbindung gebracht werden kann. Des Weiteren soll der Einfluss von regelmäßiger körperlicher Aktivität auf die propriozeptiven Fähigkeit und deren erhöhten Bedarf an kognitiven Ressourcen sowie auf die Effizienz des posturalen Systems überprüft werden.

Betreuung

Prof. Dr. Claudia Voelcker-Rehage, TU Chemnitz, Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften, Institut für Angewandte Bewegungswissenschaften (Professur Sportpsychologie)